Buch: "Eva & Söhne" von Beate Kniescheck (2022)

Ein langer Weg von Adam & Eva zu Eva & Söhne

Beate Kniescheck erzählt in ihrem Roman eine Familiengeschichte im ländlichen Österreich des 20. Jahrhunderts. Immer noch herrscht hier das patriarchalische Selbstbewusstsein der Männer, in der die Frauen am Rande des gesellschaftlichen Lebens stehen.

Eva hatte, neben ihren Söhnen, eine Tochter, die als kleines Kind starb. Niemand außer Eva sprach über sie, ihre Existenz war in der Familie kein Thema und ihre Grabstätte wurde aufgelöst.

Siebzig Jahre später erfährt Katharina, dass ihre Großmutter Eva diese Tochter hatte. Auch Katharina wird von ihrem Vater testamentarisch nicht bedacht, sie ist gekränkt und tief getroffen. So fängt sie an zu recherchieren und macht sich auf die Suche nach dem verschollenen Grab ihrer Tante.

Es ist kein Zufall, dass sie als kleines Kind das Märchen von H.C. Andersen "Das kleine Mädchen mit den Schwefelhölzern" las. Auch hier steht eine starke Großmutter im Zentrum, die Einzige, die ein wenig Licht und Wärme in den letzten Stunden vor dem Erfrieren verbreitet.

Erst gegen Ende des Romans zeigt sich ein versöhnlicher Ton, der ein wenig Zuneigung und Würdigung der Männer den Frauen gegenüber erkennen lässt. Ein lesenswerter Roman, gerade in einer Zeit, wo in Ländern wie Afghanistan und Iran die Rechte der Frauen sukzessiv eingeschränkt werden.

In der Stadtbibliothek finden Sie das Buch in der Romanabteilung unter A-Z Knie. Im Online-Katalog können Sie nachsehen, ob es derzeit verfügbar ist, oder es ggf. vormerken (1 Euro) oder in die Merkliste legen.

Buch-Empfehlung von Andreas Leufgens / 31.01.2023

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